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Essbare Wildkräuter

Spitzenrestaurants haben die Wildkräuter bereits entdeckt, denn in ihrer breiten Vielfalt stellen sie eine große geschmackliche Bereicherung für unseren Speiseplan dar. Wildkräuter und Wildgemüse besitzen oft ein intensiveres Aroma als unser Kulturgemüse. Sie enthalten viele appetitanregende Aromastoffe.
Und: Wildpflanzen sind nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch eine wichtige Nährstoffquelle: Neben ihrem hohen Nährwert verfügen viele von ihnen über Inhaltsstoffe mit besonderen Heilwirkungen und helfen Krankheiten vorzubeugen. Unseren Vorfahren war dies bewusst, denn schon Hippokrates sagte: „Deine Nahrung sei deine Medizin“.
Um Ihnen für den Saisonstart einige Anregung zu  geben, hier nun drei kurze Wildkräuterportraits.



Gemeine Brunnenkresse – Nasturtium officinale

Fundort: fließende klare Gewässer, ganzjährig
Bedeutsames:
Aufgrund Ihres Vitamingehaltes im letzten Jahrhundert geschätzteste Wildpflanze, vierfacher Vitamingehalt einer Zitrone!
Portrait des 19. Jhdt.:
“Der erste Händlerruf, den man morgens in Londoner Straßen vernehmen kann, ist das Anpreisen frischer Brunnenkresse….
Auf diesem offenen Platz wird die Brunnenkresse von Händlern und Händlerinnen, denen sie angeliefert wird, in den großen Körben, in denen sie aus dem Hinterland gebracht wurde, verkauft.
… Selbst wenn der Brunnenkressemarkt vorüber ist, ist es immer noch so früh, dass Mägde gerade erst die Türmatten ausklopfen und die Handwerker mit ihren Werkzeugkisten zur Arbeit eilen.
„Bei der Natur zu Gast“, Richard Mabey 1972, S. 112 ff aus: London Labour and the London Poor, 1851

Geerntet und verwendet wird ganzjährig!    



Kleine Wasserlinse
– Lemna minor

Fundort: rund um den Erdball, häufig
Bedeutsames
Das Beeindruckende an der Kleinen Wasserlinse ist ihr Proteingehalt. Denn sowohl was die Menge an Eiweiß, als auch die Zusammensetzung der Aminosäuren betrifft, ist sie durchaus mit der Sojabohne vergleichbar. Jedoch benötigt sie nur ein zehntel der Anbaufläche von Soja. Ebenso verhält es sich mit Stärke: sie benötigt nur rund zwanzig Prozent der Fläche von Mais. Der Ertrag pro Anbaufläche und Jahr liegt bei Wasserlinsen höher als bei jeder anderen Nutzpflanze.
Weißer Gänsefuß – Chenopodium album
Fundort: Pionier auf gestörten und aufgeschütteten Böden, Ackerunkraut
Bedeutsames
Eiweiß, Eisen, Vitamin B und Calciumgehalt wesentlich höher als bei Spinat.
Diese Pflanze wurde schon zu frühgeschichtlichen Zeiten als Nahrungspflanze genutzt. Überreste davon wurden in jungsteinzeitlichen Siedlungen gefunden. Auch der berühmte Mann von Tollund hatte diese zu sich genommen, er wurde 1950 vollständig erhalten in einem dänischen Moor gefunden. Grundsätzlich sind alle Gänsefußarten zum Verzehr geeignet.

Rezeptteil:

Brunnenkresse

Brunnenkresse eignet sich bestens als Salat, für Kräuterquark und als Brotbelag.
Man kann sie kochen und als Suppe oder Gemüse zubereiten.
Dazu nimmt man einfach die Blätter, hackt sie grob, dünstet sie in etwas Fleischbrühe und bindet sie mit heller Mehlschwitze.
Außerdem kann man den Samen der Brunnenkresse wie schwarzen Pfeffer verwenden.

Wasserlinse

Die Wasserlinse eignet sich auch gut für Salate und als Brotbelag.
Man kann sie auch kochen und als Suppe oder Gemüse zubereiten.
Ein einfaches Rezept für Brotaufstriche:
Wasserlinsenpaste: 20 g. Wasserlinsen, 2 Teelöffel Meerrettich, 20 g Butter oder Pflanzenfett. Bestandteile gut miteinander mischen und fertig ist der supergesunde Brotbelag.
Gänsefuß
Gänsefuß eignet sich für Gerichte in gleicher Weise wie Spinat.
Er eignet sich gleichermaßen für Suppen und Gemüse.
Auch eine mediterrane Variante ist sehr empfehlenswert. Kraut mit Olivenöl kurz anbraten, gepressen Knoblauch und Zitronensaft in das noch warme gedünstete Gemüse einziehen und  lauwarm genießen.
Sogar die Samen kann man durch Reiben der Hülsen gewinnen und wie Buchweizen verwenden.
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